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Donnerstag, 11. Juli 2013

Das Netznadelprojekt II

Also, es hat mich natürlich nicht ganz losgelassen, dass mein durch einsägen entstandene Netznadel optisch so gar nicht in das Bild passen wollte das die Fundzeichnung liefert. Auch das mein Meißel nicht so tat wie ich wollte konnte ich auf Dauer nicht akzeptieren. Wo kommen wir denn dahin, wenn das Werkzeug jetzt schon vorschreibt, wo man bei einer Rekonstruktion Abstriche machen muss!

Konkret geht es mir bei meiner Eigenkritik um folgende, essentielle Stelle der Netznadel:



So sieht mein Erstversuch irgendwie gar nicht aus. Also hab ich den Meißel neu geschliffen und ein anderes nadelmaterial gewählt. Deutlich mehr Kupfergehalt gibt mir auch entsprechende Weichheit und plötzlich war das Spalten nur mehr ein geringes Problem. Na gut, es waren immer noch ein Dutzend Versuche, bis die Nadel genau in der Mitte gespalten war, aber dann gings:


Was man an der oberen Gabel gut sehen kann, ist die charakteristische Ritze die beim Spalten entsteht und genau der originalen Optik entspricht. Ich bin zufrieden!


Dienstag, 9. Juli 2013

Das Netznadelprojekt

Relativ vollmundig habe ich in meinem letzten Artikel (den über die Garnrollen nach Coppergate) kundgetan, dass ich mich als nächstes mit der Anfertigung einer Netznadel beschäftigen werde. Ein neues Projekt also! Wobei mir nach Fertigstellung klar war, dass Projekt vielleicht ein kleiner verbaler Hochgriff war .. Projektchen wäre besser gewesen .. oder Projektleinchen!

Netznadeln verwendete man wie der Name schon sagt zur Herstellung von  Netzen. Na gut, der Name könnte auch sagen, dass es sich um Nadeln handelt die in Netzen transportiert werden! Das ist aber falsch und funktioniert glaub ich auch nicht. Da ich aber jetzt nichts über Haarnetze, Fischernetze, Beutelnetze oder gar WLAN-Netze schreiben will, bleib ich bei der Netznadel an sich.

Als Vorlagen dienten wiedereinmal die Themsefunde aus London, diesmal war das Gewünschte in Textiles&Clothing von Crowfood/Pritchard/Staniland zu finden:


Die obige Fundzeichnung zeigt die kleinere von zwei in London gefundenen Netznadeln und gab somit Aussehen und Dimensionen für die Rekonstruktion vor. 

Zum Einsatz kam in diesem Fall ein etwa 3mm starker Buntmetalldraht. Den habe ich an beiden Seiten mit einem feinen Sägeblatt eingeschnitten. Das erforderte einiges an Geduld und ein paar Versuche, bis der Schnitt über die volle Länge mittig war. Um 1340 hätte man den Draht wohl eher mit einem Meißel gespalten, diesbezügliche Versuche zeigten aber, dass ich dafür wohl nicht den richtigen Meißel zur Verfügung hatte. 

Danach habe ich die entstandenen Zinken heiß gemacht und vorsichtig in  die entsprechende Form gebogen:


Mein Öhr wurde dabei etwas runder als das rhombenförmige Original. Da die beiden Zinken aber recht dünn waren, wollte ich auch nicht mehrmals auf und wieder zu biegen und bliebe daher bei dieser Form. Und schon war ich fertig ... Netznadelprojektleinchen abgeschlossen! Und das wars!


Obwohl ... so ganz war's das noch nicht für heute. Manch einer mag jetzt enttäuscht sein, dass ich mein Weigerung, mehr über das mit Netznadeln hergenetzte Endprodukt zu schreiben, so konsequent durchgezogen habe.

ich möchte daher die Gelegenheit gleich nutzen, um auf meine alte Freundin Christina aufmerksam zu machen, sie hat den Webnamen Sola und ist gerade im Aufbau ihres eigene Blogs zum Thema "Gotische Handarbeiten" ... vor allem Haarnetze haben es ihr angetan. Und so schließt sich der Kreis, respektive das Haarnetz ... und aus!