Sonntag, 27. September 2020

Erbsenspießer

Wir schreiben das Jahr 2020 n. Chr. - Corona hat uns alle im Griff und auch im Bereich der Living History braucht es wieder kreative Lösungen. Zeit für eine Challenge, Zeit für Experimente! 

Unter dem hashtag #theusedwhattheyhad wurde von meiner IG14-Vereinskollegin Agnes eine solche ausgerufen: 4 Grundzutaten, 2 verschiedene Zubereitungsarten - einmal modern und einmal historisch. Höchste Zeit, mich nochmal ernsthaft an einige Rezepte zu wagen. Also dann!

Meine 4 Grundzutaten: Hühnerkeule, Weißwein, Erbsen und Eier


Donnerstag, 16. April 2020

HOW TO: not get stabbed by your own knife!

Überraschend schnappt mich eines meiner letztlich gemachten Messer das ich in die Hand nahm um eine Aufhängung dafür zu machen ... *zack* ... Loch im Finger!

Totally clueless you grab a knife you made recently to make a suspension .. and suddenly you have a bloody hole in your finger!
  
Was war passiert? Ein Scheidengnom vielleicht? Oder hat sich COVID-19 mit Blankwaffen gerüstet? Nein ... die Lösung ist mal wieder völlig banal und etwas das (wenn man sich z.B. diverse Funde ansieht) auch damals vorgekommen ist ....

What had happened? Hmm. Something that according to some archeological findings happend back then as well ...

 

Montag, 29. Juli 2019

Vom Cadolzburgwochende und den dort anwesenden Handwerkern inspiriert und von Milan und seinen ganzen Luxussachen deprimiert  hab ich auch mal wieder etwas gemacht, frei nach dem Motto:

"Wenn ich grad ned anders kann - werd ich zum Paternostermann!"

Paternoster um 1350


Abbildungen von Paternostern (Vorläufer der Rosenkränze) zeigen wenn man den exestierenden Quellen folgt im 14.Jhdt in der Regel zwei Versionen, die offene Form der Paternosterschnur und eine geschlossene Variante die dem heutigen Rosenkranz deutlich ähnlicher ist.

Quellen dazu sind gar nicht mal so spärlich wie man glaubt. Von einem erhaltenen Paternoster aus Naturbernstein (aus Cork oder Watford) über textliche Erwähnungen aus Italien des 14. Jahrhunderts und zahlreichen Abbildungen lässt sich doch einiges ablesen und bildet eine brauchbare Basis für eine Rekonstruktion:


Donnerstag, 20. Juni 2019

Saucen zu gebratenem Schwein

Aus dem Saucenbuch von Magnino Mediolanensis (Opusculum de Saporibus) aus der Mitte des 14. Jahrhunderts habe ich vier Saucen ausgewählt, die gemäß der Viersäftelehre das gebratene Schweinefleisch positiv beeinflussen und bekömmlicher machen.


Schweinefleisch an sich wird als „kalt“ und auch „sehr feucht“ eingeordnet und soll demnach das Phlegma fördern. Dem kann durch braten schon entgegengewirkt werden, wodurch das Fleisch gewärmt und getrocknet wird.

Für alle Saucen gilt, dass man sich am besten langsam der gewünschten Konsistenz und dem gewünschten Geschmack annähert. Genaue Mengenangaben fehlen wie üblich in den Originaltexten.

Dienstag, 4. Juni 2019

Dreierlei Senf


Senf kommt in vielen Rezepten der mittelalterlichen Kochbuchhandschriften vor und sogar Rezepte zur Senfherstellung selbst werden z.B. im Menagier de Paris angeführt. Ihm werden gemäß der Viersäftelehre stark wärmende und trocknende Eigenschaften zugeschrieben und er gilt als gesundheits- und verdauungsfördernd. Da wir uns an unserem Experimente-Kochevent auch mit dem Wursten beschäftigen wollten, war es naheliegend dazu dann Senf selbst zu machen.

Montag, 25. März 2019

Gekochter Wein? Also Glühwein, oder wie?

Natürlich geht es nicht um Glühwein sondern "Vinum Coctum"

 
Der „gekochte Wein“ oder „vin cuit“ (in der Antike auch „defrutum“) wird als Würzflüssigkeit in Saucenrezepten erwähnt. Bereits in der antiken Agrarliteratur (Plinius, Columella, Varro) gibt es Anleitungen bzw. Anweisungen, in welchem Verhältnis tatsächlich Traubenmost (und nicht Wein) zu vinum coctum einzukochen ist. Von der Reduktion auf die Hälfte bis zu einem Drittel ist hier die Bandbreite, wenn die Flüssigkeit über offenem Feuer ohne weitere Zusätze einreduziert wird.

Donnerstag, 22. November 2018

Marias Strümpfe oder Josefs Hosen?

Auch wenn es manchmal so wirkt, ist recherchieren anhand von Gemälden nicht einfach ein „Bilder-Anschauen“:

Neben der Bedeutungsperspektive (wichtige Personen werden groß dargestellt) bei weltlichen Themen, steht besonders bei den sakralen Gemälden die religiöse Aussage im Vordergrund. Auf den Bildern wurde nicht nur eine religiöse Geschichte erzählt, sondern es ging um eine Glaubensverkündung (vgl. Imbach J.: „Marias Panzerhemd und Josefs Hosen“).

Welche Missverständnisse in der Deutung passieren können, zeigt uns das Bild der Geburt Christi von Schloss Tirol:

Quelle