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Samstag, 25. April 2015

Es wird Frühling .. Zeit für einen Winterhut!

Ja, Hut! Ich mag Hüte! Messer auch, weiß man aber von mir. Aber Hüte ist neu .. für manche jedenfalls!

Und nachdem dieses Jahr zwei Spätoktobertermine auf mich lauern brauch ich was auf dem Kopf das mein empfindliches Genialhirn vor dem vielleicht frühwinterlichen Frost schützt. Wär ja sonst schad drum!

Nun hat also die mittelalterliche Warenwirtschaft mal wieder voll zugeschlagen und mir für einen pflanzengefärbten, grünen Gürtel und 2 Gebendenadeln einen neuen Hut eingebracht. Vorbild dafür waren die Pilgerhüte die man auf Abbildungen des 14. Jahrhundert recht häufig findet, so z.B. hier:


Montag, 13. April 2015

Eine Geschichte zweier Linien

Neues Messer!!! Nein, nur ein Scherz, diesmal geht's echt um was Anderes. Nämlich um Linien und Zaddeln und Säume und Nähte ... um eine Gugel konkret!

Abbildungen von Gugeln (für Die-nicht-vom-Fach-Seienden: Ein Kapuzenpulli ohne Pulli) findet man um die Mitte des 14.Jahrhunderts ja zu Hauf, da spar ich mir das Beispiel. weniger häufig aber immer noch reichlich findet man dann Gugeln mit Zaddeln, als Kapuzen mit speziell zugeschnittenen Säumen am Kragen:

Lilienfeld, Ö, 1350

Auch hier soll uns mal ein Beispiel genügen, auch wenn die ungeheure Vielzahl an verschiedenen Zaddelformen schon einen eigenen Beitrag wert wäre.

Montag, 2. Juni 2014

Niklas der Girdler - ein Rekonstruktionsversuch

So, lange Zeit ohne neuen Beitrag .. jetzt ist Schluss damit! Also nicht Schluss mit dem Blog natürlich sondern Schluss mit der Schaffenspause. Und der richtige Anlass dafür ist die Fotoserie die wir am Wochenende von meiner fertigen (oder theoretisch fertigen, denn fertig ist man in dem Hobby nie mit etwas) Darstellung meines Wiener Handwerksmeisters um 1340 machen konnten. Also Auftritt ...

Niklas der Girdler, auch genannt Niklas Hufenbauer, ein Gürtlermeister aus dem hochgotischen Wien


Mittwoch, 15. Januar 2014

Fundstück der Woche V

Das dieswöchige Fundstück ist für mich besonders schön, weil es mal wieder eine österreichische Handschrift ist! Es handelt sich dabei um einen Seite aus dem Urbar des Klosters Baumgartenberg, welches um 1335 entstand:


Das Blatt bietet einen wundervollen Detailreichtum und ein paar wirkliche Besonderheiten:

- der in Mi-Parti gekleidete Jagdknecht unten vor dem Tor trägt tatsächlich Lappenärmel wie sie für Österreich erst 15 Jahre später als typisch zu betrachten sind. Eine derart frühe Darstellung dieses Ärmeltypus ist mir sonst nur aus dem französischen Raum bekannt!

- in dem kleinen Türmchen oben rechts hängt doch tatsächlich eine kleine gläserne Hängelampe wie sie z.B. aus den Londonfundkomplexen überliefert ist

- die Dame im Mittelteil des Bildes gleich rechts vom Abt hat einen Überkittel (auch Suckl/Suckenie/Surcot) an, der eine interessante Randeinfassung vorweist .. ich musste da spontan an eine Borte denken?

- der ebenfalls in Mi-Parti gekleidete Mann links neben dem einreitenden Ritter, dem Vogt Walchun von Clam, trägt eine schöne gezaddelte Gugel ... aber verkehrt herum?

Für ein einzelnes Blatt schon eine ganze Fülle an kuriosen Details. Da würd ich mir glatt wünschen ein Faksimile oder zu mindestens mehr von den Bildern dieser Handschrift in die Finger zu bekommen! Hat da irgendwer da draußen noch Information zu diesem Urbar? Vielleicht irgendwelche Links, Buchtipps oder Kontakte? Ich würde mich sehr über Zuschrift freuen!