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Mittwoch, 18. Januar 2017

Wer anderen Löcher stanzt ....

... hat Locheisen geschmiedet. Und hey, wir sind ziemlich stolz darauf. Es war ein wenig Rumgetüftel notwendig bis wir von der eher "wilden" Tülle des Fleischhakens auf die neue Methode gekommen sind, aber der Karl hat sich da als Naturtalent erwiesen (und das bei einem Wendeschuhmacher).

Jedenfalls sind Locheisen für Wendeschuhmacher ein recht wichtiges Utensil und es war mehr als Zeit da mal was anzugehen:

Handgeschmiedete Locheisen für die mittelalterlich Lederverarbeitung nach einer Vorlage aus Schleswig
(1) Hand forged punches for the medieval leath worker (after a finding from Schleswig, Germany)

Our english-speaking guests can find an abstract at the end of the article

Donnerstag, 17. November 2016

Man muss ned immer essen ....

... man kann seine Mittagspause auch anders verbringen. Arbeitend nämlich. Hab ich heute jedenfalls gemacht und ein bisschen an meinem Werkzeugsortiment gebastelt. Werkzeug kann man immer brauchen. Jetzt hab ich zwei Ahlen und meinen ersten Löffelbohrer .. und Hunger.

Fangen wir mit den Ahlen an. Die Ahle als Lederwerkzeug braucht man in unserem Hobby eh ständig, für Schuhe, Gürtel, Taschen oder Lederscheiden. Die gotischen Ahlen sahen eigentlich alle miteinander sehr ähnlich aus:

Ahle aus Schleswig, Eisen, 13 Jahrhundert
Iron awl, found in Schelswig, 13th century

Was wir sehen ist ein beidseitig ausgeschmiedetes Stück Eisen mit quadratischen Querschnitt bei dem mittig eine Verdickung sitzt. So kommt das linke Ende dann in das Heft der Ahle und das rechte, spitzere Ende ist zum Arbeiten. Und die Verdickung hilft, dass sich auch bei starkem Andruck der Ahlendorn nicht tiefer ins Holzheft bohren kann. Einfach und effizient. So mag ich das. Und die Anfertigung von solchen Dingen geht gerade noch innerhalb meiner mehr als beschidenen Schmiedekompetenz.

Leider hab ich in meiner von schweren Hungergefühlen geplagten ersten Arbeitsphase keine Fotos gemacht und so muss ich euch ein Bild vom fertigen Ahlendorn erst mal schuldig bleiben. Das hol ich dann mal in einem Follow-Up nach

Samstag, 9. Januar 2016

Voll für den Jockl

Ja, Jockl. Jedenfalls denk ich mir dass der Kerl der mein neustes Produkt gerade eben (also irgendwann im 13.Jahrhundert in diesem Fall) auf dem Acker verloren hat "Bauer Jockl" hieß . Denn irgendwie sieht es schon gut aus. Nur halt wie ein Ackerverlust. Vom Jockl halt.

Montag, 5. Oktober 2015

Und noch einer

Nach meinen letzten Löffelschnitzversuchen wollte ich es echt nochmal wissen! Also musste noch einer her und weil man nach 2 Löffeln ja bitteschön so was von Kein-Anfänger mehr ist: Weg mit Linde! Her mit Ahorn! HA!

Ja, ha (kleingeschrieben aus gutem Grund) .. und was für ein "ha". Denn vom Schnitzen von Lindenholz auf Ahorn auszuweichen ist wie wenn man beim Füttern eines Babys von Mango-Gemüse-Chutney direkt auf ungeschälte Haselnüsse umsteigt. Ahorn ist hart und kurzfasrig. Sprich das Schnitzen ist ein echt mieser Job. Oder zu mindestens nicht mehr die Nebenbeschäftigung während Gartenplaudereien mit meiner Frau.


Mittwoch, 29. August 2012

Und wenn einem die Haare zu Berge stehen ?

.. warum stehen sie einem dann eigentlich zu Berge ? 

Nein, es hat nix mit der letzten, brandaktuellen Fotogalerie des Märchen&Abenteuerspektakels (kurz MA-Markt) in Hinterdreischlapfenbaumkirchen zu tun. Auch nicht mit massiven Werbemaßnahmen diverser Sitzritter- und Barbarenstreitaxtschwingergruppen (was für ein Wort!) im Internet. Und auch nicht mit dem Fehlen jeglicher lokaler, schöner Kulisse für unser übermächtiges Bedürfnis unschuldige Touristen mit mittelalterlicher Realienkundezu nerven.

Nein, es hat etwas damit zu tun:


Das sind nämlich meine Töchter .. im Heu der Bachritterburg. Sie haben sichtlich erkennbar Spaß! Und nachdem eben dieser Spaß im Heuschober vorbei war, waren geschätzte 12.8% des Kanzachschen Heuvolumens in den Haarren der beiden verfangen. Mir standen die titelspendenden Haare dann natürlich nicht zu Berge, dazu war ich zu entspannt, den beiden aber schon.

Also ging es los mit Zupfen und Ziepen und mit dem breiten Grinsen in des strengen Vaters Gesicht, wohl wissend, dass er keinen Kamm zur Hand hat.

Doch nun, meine geliebten Lendensprösslinge, meine über alles verehrten Früchte der Leidenschaft, nun ist Papa gerüstet!

Holzkamm aus Buchenholz, angelehnt an die
mittelalterlichen Holzfunde aus Konstanz und Freiburg

Bei dem Ding da, das aussieht als hätte ein volltrunkener Amokläufer mit einer Bügelsäge versucht auf spektakuläre Art und Weise ein unschuldiges Holzbrettchen zu ermorden, handelt es sich nämlich um Papas neuen Kamm. So! Ha!
Und damit das Entsetzen in euren Gesichtern noch größer und das Flehen um Gnade noch erbarmungswürdiger werden möge, noch ein Detailbild der Zinken:

Detail der groben und feinen Zinken

Da ich aber aus leidvoller Erfahrung weiß, dass das Bürsten oder Kämmen eurer edlen Häupter ungefähr gleichzusetzen ist mit einem Ringkampf zweier tollwütiger Waschbären mit einem unschuldigen Passanten UND da mein Haupthaar die Verwendung eines Kamms eigentlich ad absurdum führt, schenke ich ihn eurer Mutter! Also, "Alles Gute" damit, Schatz und viel Spaß bei der Anwendung!