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Mittwoch, 25. Januar 2017

Eine Doppelhaushälfte für jeden!

Was vielleicht so klingt als würde es den Wohnsituationswunsch einer 4-köpfigen Familie mit einer pubertierenden 14-jährigen und ihren 8-jähriger Schwester beschreiben ist in Wahrheit (meine Mädels sind nämlich ur lieb, haben sich ur lieb und ich hab sie ur lieb ... meistens jedenfalls) eine etwas hatscherte Überleitung zu einem (und darauf bin ja fast stolz) lange nicht mehr angesprochenen Thema. Messer! (und ja, meine Augen leuchten wenn ich das schreibe)

Our english-speaking guests can find an abstract at the end of the article

Großes Allzweckmesser nach Schweizer Fund und kleines Essmesser. Beide in Plättchentechnik mit Durchgangsangel
(1) A big dagger knife after findings from Switzerland and a small eating knife, both handels made of wood and brass

Freitag, 19. August 2016

Irgendwie ... drollig

Drollig, nicht prollig. Und auch nicht rollig. Wirklich drollig! Von "Drolerien" und somit aus dem französischen drôl was so viel heißt wie lustig oder komisch.

Gemeint sind mit dem Begriff "Drolerie" übrigens die witzigen und oftmals mehr als schrägen Randbilderchen in der gotischen Buchmalerei. Auf mich wirken die immer so als würde ein junger Mönch der gerade 12 Seiten altes Testament abgeschrieben hat, und noch Farbe in der Muschel, das aufmalt von dem alle im Dormitorium immer gesagt haben: "Traust dich nie, Siegbert!"

Jedenfalls müssen alle Buchkünstler in der Welt da draußen und auch damals sich nicht fürchten dass ich in ihrem Revier wildere. Könnt ich auch gar nicht. Ich kann nur ein bisserl "in der Gegend rumschießen" mit  meiner Messerscheidenverziererei.


Grundlage für die letztägliche Drolligkeit war mal wieder Messerscheiden zu machen die ich so noch nie hatte. Und da wilde Phantasiekreaturen wie Greife oder Drachen auf Originalen zu finden waren dachte ich mir: "Was solls, mach was Fantasievolles! Die Leute werfen die ohnehin staubtrockene A-Papsttümlerei vor .. da kannst du auch mal deinen Spaß haben."

Dienstag, 1. März 2016

Der Tauschhandel hat immer Saison

Ja, so ist es! Was ich alleine in letzter Zeit alles eintauschen konnte: Nähnadeln gegen Küchentücher, frühmittelalterlicher Messer  gegen spätmittelalterlichen Stangenwaffenschaft und, und darauf bin ich besonders stolz: Essmesser gegen handgewebten Wollstoff nach Fund und Abbildung.


Montag, 1. Februar 2016

Manesseessmesser

Manesseessmesser! Was für ein schönes Wort, so viele E's und S'es. Aber warum? Als nicht warum so viele gleiche Buchstaben, weil das sich ja aus dem zusammengesetzten Hauptwort ergibt, sondern warum Manesse und Essmesser? Ganz einfach: Die gedachte Zeitperiode für den Messereinsatz ist um 1300, das Motiv soll liebevoll sein und irgendwie romantisch. Also Manesse!

Für die Wenigen unter uns die jetzt mit dem Begriff "Manesse" nicht all zu viel anzufangen wissen:
"Manesse" ist die saloppe Kurzform für die "Manessische Liederhandschrift" oder "Codex Manesse", eine um 1300 begonnene und in Zürich entstandene Liederhandschrift. Damit ist es eine Sammlung mittelhochdeutscher Dichtkunst, ergänzt durch eine große Anzahl von Illustrationen historisch bedeutender Persönlichkeiten. Heute wär das wohl so was wie ein CD-Textbooklet mit "Bunte"-Beilage ... in etwa.


Samstag, 9. Januar 2016

Voll für den Jockl

Ja, Jockl. Jedenfalls denk ich mir dass der Kerl der mein neustes Produkt gerade eben (also irgendwann im 13.Jahrhundert in diesem Fall) auf dem Acker verloren hat "Bauer Jockl" hieß . Denn irgendwie sieht es schon gut aus. Nur halt wie ein Ackerverlust. Vom Jockl halt.

Montag, 30. November 2015

Wie ein bunter Hund

Bunt! Nicht gerade das erste Wort das einem einfällt wenn man sich berüchtigte Hollywoodmittelalterfilme, billige Dokumentationen oder heutige Burgruinen und Kathedralen ansieht. Steinsichtig grau stehen die Bauwerke da in der Gegend herum, hellbraun, dunkelbraun und grau laufen Schauspieler durch schlammbraune Szenerien.

Aber die Gotik war bunt. Statuen und Figuren waren in der Regel aufwändig bemalt, die Innenräume von Kirchen und besseren Häusern waren mit bunten Fresken verziert, bunte Glasfenster ließen das Licht Gottes in die Kirchen und die erzielbaren und auch getragenen Farben bei mittelalterlicher Kleidung, alleine erzielt durch Pflanzen, Flechten, Pilze oder Tierbestandteile, erstaunen jeden geschichtsinteressierten Laien immer wieder aufs Neue.

Und damit kommen wir zum angesprochenen bunten Pudelhundes Kern: Ich find das gut! Ich mag bunt. (Naja, zu mindestens in der Darstellung, privat bin ich ja eher der Hollywood-Mittelalterbauer-Typ in braungrauoliv). Und da ich auch Messermacher bin, gehört bunt da eben auch dazu

Bisher habe ich diesen Aspekt in meinen Scheidenrekonstruktionen allerdings zu wenig einfließen lassen, denn abgesehen von der gelegentlichen Schwarzfärbung und einem Ausflug ins Rote (den muss ich demnächst mal bloggen) sind meine Messerscheiden Naturbraun. Schrecklich klischeehaft.

Tatsächlich ist aber auch in der Fachliteratur immer wieder der eine oder andere Hinweis zu finden, dass Messerscheiden in der Tat bemalt waren. So finden sich z.B. auf erhaltenen Scheiden aus London Spuren von Farbpigmenten, meistens Ocker. Auch erhaltene Lederobjekte zeigen deutlich die Spuren von Bemalung, wie z.b. ein französisches, mit Leder verkleidetes Kästchen aus der zweiten Hälfte des 14.Jahrhunderts dessen Farbgebung noch sehr gut zu erkennen ist:


Also informierte ich mich mal über damals verwendete Farben und Farbtypen und kam (auch dank der Malerinnen in unserer Truppe) recht rasch auf den Begriff der Tempera. Darunter versteht man mit öliger Emulsion angerührte Farbpigmente, wie z.b. den oben schon erwähnten Ocker. Gesagt, gesucht, getan, gekauft und losgeockert:
 

In diesem Fall habe ich mich einerseits von den Ockerspuren des Fundes aus London sowie der rottönigen Palette des Kästchens inspirieren lassen und die Messerscheide des Essmessers meiner Frau in Erdtönen bemalt:



Völlig angeheizt von der Erfahrung mal etwas anzupinseln das nicht Wohnzimmerwand heißt, ließ ich die erste Scheide trocknen und stürzte mich gleich auf die Nächste:


Hier wurde ich dann schon deutlich mutiger was die Farben angeht und völlig überwältigt von der Vielfalt an möglichen Farbtönen schlug ich gleich mal richtig zu – der bunte Hund .. naja, Drache in dem Fall:



Und weil die Pinsel jetzt eh schon dreckig waren ging ich rüber zum Schaukästchen und griff mir noch eine Lederscheide:


Diesmal verwendete ich mehr oder weniger die gleichen Farbtöne wie beim Drachenmesser, spielte dafür aber erstmals mit Licht und Schatten ein wenig herum:



Und dann ...  dann, bevor ich jetzt in meinem Überschwang auch noch die restlichen Scheiden, eventuell herumstehende Becher und halbfertige Kleidungsrekonstruktionen mit künstlerischer Hand in farbenstrotzende Meisterwerke verwandeln konnte, bremste mich mein Gewissen mit den Worten: „Ja eh klar, Nikolaus, war sicher alles bemalt. Ohne Ausnahme. Oder? Denk nochmal nach!“

Deshalb ist hier auch Schluss mit Bildern von bemalten Messerscheiden, ein paar dürfen ruhig pfuibraun bleiben.

Ach ja, ein großer Vorteil beim Bemalen war, dass die Tempera sich mit Wasser so wunderbar wieder abwaschen ließ und ich so mehrere Versuche an derselben Messerscheide hatte.

Tja, Vorteil, naja, denn:

Ein großer Nachteil beim Bemalen war, dass die Tempera sich mit Wasser so wunderbar wieder abwaschen ließ und das erste Mal angreifen mit feuchten Händen zu bunten Händen und braunem Leder führte.

Hmm, nicht gut.

Ein paar Recherchen weiter stieß ich (auch dank einiger Ideen und Hinweisen meiner Mitstreiter) dann auf Leinölfirnis. Und landete bei Leinöl-Standöl. Das hatte meine geliebte Frau nämlich in ihrer Textildruckerkiste.

Damit betupfte ich dann die bemalten Scheiden und fixierte die Farbe durch die anschließende biochemische Lackbildung ein wenig. Ist jetzt immer noch nicht als Scheide für Tauchermesser gedacht, aber immerhin kann man mal ins Schwitzen kommen ohne selbst … zum bunten Hund zu werden.

Dienstag, 17. November 2015

Ich gehör‘ zum alten Eisen

Echt jetzt! Jedesmal wenn ich seh wie meine 13-Jährige eine Kletterwand raufhüpft zwickt mich die Leiste, knarzt das Kreuz und kracht das Knie. Und wenn sie dann die schlafende 7-Jährige rauf trägt in deren Bett dann schnauf ich seufzend (Kann man seufzend schnaufen?) hinterher.
Aber eigentlich soll es hier ja gar nicht um mein armseliges Jammern gehen sondern um altes Eisen! Denn das war ein Thema bei meinem letzten Versuch noch näher an DAS historische Messer schlechthin heranzukommen.


Wenn man sich metallurgische Analysen von Messer- und Scherenklingen des 14.Jahrhunderts mal genauer ansieht, stellt man schnell fest wie selten wirklich guter Stahl selbst im Spätmittelalter noch gewesen sein muss. Diese Tatsache und die gewünschten Eigenschaften die ein gutes Messer mit sich bringen sollte (einerseits gut zu schärfen, die Schärfe lange halten und weich genug um nicht zu brechen) führten neben der im Gebrauchsmesserbereich eher seltenen Verwendung von wärmebehandelten Monostählen zum Einsatz zweier verschiedenen Metallqualitäten. Die meisten Messer aus den Themsefunden in London sind dieser Gruppe zuzuordnen und auch Holtmann spricht in seinen Untersuchungen zu mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Messern von den Ergebnissen osteuropäischer Untersuchungen welche ein ähnliches Bild zeichnen.

Daher war mein Ziel einmal mit derartig konstruierten Klingen zu arbeiten wohl für jeden historischen Messerenthusiasten nachvollziehbar. Und tatsächlich fand ich in Jannis Scholz von Xerxes-Knives einen geeigneten Partner für die Herstellung von Messerklingen nach meinen Vorgaben.

Und weil ich wirklich so nah wie nur irgendwie möglich an eine historische Klingenqualität heran wollte bot Jannis an auch historische Metalle zu verwenden. Fand ich gut.
Unter seiner kundigen Hand entstand dann die Klinge dieses Messers in einer Herstellungstechnik bei dem die zukünftige Schneide aus kohlenstoffreichem, hartem und gut schärfbarem Stahl in praktisch reinem Eisen eingeschlagen und feuerverschweißt wird. Dadurch bleibt der „Messerkörper“ weich und bruchsicher und ist ebenso wie die Angel sehr angenehm zu bohren, zu feilen und zu nieten.

Hier ist der Übergang der zwei Stähle mit der Schweißlinie gut zu erkennen

Kurz gesagt, ein echter Spaß damit zu arbeiten. Und weil die Begeisterung mit mir durchging setzte ich gleich eine, an einem Messer der Londonfunde vorgefundene, Verzierungstechnik um. Dabei wird die Klinge knapp unter dem Rücken vollständig durchbohrt, mit Buntmetalleinsätzen versehen und diese dann durch Hammerschläge aufgetrieben so dass sie sich fest mit der Klinge verbinden. Nach dem Überfeilen werden die eingelegten Messingscheiben dann noch verziert. In meinem Fall mit einem Punktmuster.


Für das Heft griff ich auf die in meinem Blog schon bis zur Ermüdungsgrenze beschriebene Plättchentechnik zurück. Schulter- und Endplatte machte ich aus einem massiven Stück alten Eisens dass Jannis mir mitgeschickt hatte und die Zwischenplättchen aus einem Eisenblech dass noch in der Werkstatt herumlag. Für die eigentliche Griffgestaltung entschied ich mich für schwarzes Horn, weil ich bei meinem letzten Messer irgendwie auf den Geschmack gekommen war.


Die grundsätzliche Form des Hefts ist von den üblichen Messerabbildungen „meiner“ Zeit geprägt und nimmt die klingenseitig stark abgesetzten Messerformen der zweiten Hälfte des 14.Jahrhunderts vorweg (die allerdings in den Bildquellen auch in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts stark vertreten sind) während die Griffformmethodik mit der klassischen Plättchentechnik noch der in der ersten Hälfte des verankert ist.



Und somit bleibt mir neben der Freude über das neue Messer nur mehr die Rückkehr zu den Raunzphasen des Textbeginns ... Gott bin ich alt. Und .. aach ja ... ist es DAS Messer geworden? Hmm, keine Ahnung fragt mich nach dem Nächsten.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Was machen ein Messerer und ein Schuster im Heu?

Ganz einfach! Sie suchen das Messer vom Schuhmacher das der dort verloren hat. Und weil der Schuster Karl es nicht wiedergefunden hat (so kamen damals übrigens die heute so beliebten Streufunde in der Archäologie zu Stande) und der Messermacher der wo ich bin im Leben noch nichts erfolgreich gesucht hat macht man also ein Neues:


Dienstag, 30. Juni 2015

Schwarze Drachen

Der Titel könnte jetzt auf meine nostalgischen Anfänge mit D&D hinweisen, gleich nach der Erklärung kommt dann die Schatztabelle und der Schadenswert für den Säureangriff! Tut er aber nicht.

Vielmehr geht es um die Verzierungen die ich auf der Scheide für mein Prachtmesser angebracht habe und die auf demOriginal einer nicht näher datierten Messerscheide aus London basieren:

Donnerstag, 25. Juni 2015

Beliebt bei den Frauen?

Bei dieser Fragestellung geht es natürlich nicht um meine Person, auch wenn ich mir der liebevollen Zuneigung gewisser Damen (die vorwiegend mit mir verwandt oder verheiratet) sind sicher sein kann.

Tatsächlich geht es mal wieder um Messer! Darf ich ja jetzt auch, hab schließlich mal wieder einen Gürtel gemacht.

Viele die gerne ein Messer von mir möchten sind Frauen und auch wenn man den Anteil derer wegrechnet die ihre Männer damit beschenken bleibt ein erstaunlicher Anteil über. Erstaunlich ist jetzt natürlich so gar nicht Gender, also: Viele Frauen mögen Messer!

Schlimmer allerdings als höfliche Anfragen zum Messerbau sind die Frauen der eigenen Sippe. Den kaum hat man(n) sich ein neues Messer gebaut, kommen Groß- und Klein-Niklasinen (vor allem die Kleinen!)  herangesprungen und rufen "Ichwillaucheins! Machmireins!"
(Man beachte hierbei das Fehlen von leerzeichen, sprich Luftholpausen und die Abwesenheit von "Oh, bitte Herr Papa sei doch so lieb ..")

Also macht man, denn knuffige Kindergesichter sind ein besserer Ansporn als alles andere:


Donnerstag, 9. April 2015

The Italian Job

Italien! Pizza und Vespa fahren, Gelato schlecken und die Füße im heißen Sand .. nicht um 1340!

Aber Schmuck und exotische Zutaten, das ja, auch in der Hochgotik .. und vor allem in Wien, dem Einfallstor venizianischer Waren auf der östlichen Route ins römische Reich. Venezianischer Schmuck wurde nicht nur in der Region um Wien sondern so gar so weit wie Erfurt ins Kaiserreich exportiert, und ebenso kamen Materialien ins Land die den exotischen Hauch des Fremden mitbrachten.


Ein sehr weites Gebiet also, das sich dem ambitionierten Messermacher da als Weidefläche auftut. Und was wär ich für ein heftgestaltender Wiederkäuer würde mich das nicht reizen?

Und weil wir ,gerade bei Kühen sind, Rinderknochen hab ich bei dem Messer auch verarbeitet um eine "weiße" Note hinzuzufügen. Gemeinsam mit Horn sind Knochenplättchen das am besten und durchgehend belegbare Material in der Plättchentechnik.

Womit wir beim Horn wären: In diesem Fall habe ich italienisch orientiert und statt dem wohl eher üblichen milchig-braunem Kuhhorn schwarzes Horn vom Wasserbüffel verwendet. Die Araber brachten den ursprünglich in Indien beheimateten Wasserbüffel schon im Frühmittelalter nach Italien, wo er ein begehrtes Zugtier war und als Milchproduzent den auch heute noch beliebten Mozzarella lieferte. Dieser wird schon aus normannischer Zeit als überliefert geführt, spätestens mit der Herrschaft der Anjou gilt er als gesichert.


Bleibt also nur mehr der bunte Mittelteil, und der besteht aus zwei verschiedenen Farbkomponenten:

Einmal haben wir die im Mittelalter ungeheuer beliebte Koralle, die rote Koralle des Mittelmeerraums um genau zu sein, deren Verwendung vor allem in der Paternosterherstellung sehr gut dokumentiert ist. Koralle stand als Symbol für die Abwehr von Unheil und war bei Paternostermachern bis in den norddeutschen Raum so beliebt, dass in Testamenten häufig der Begriff "corallensnor", also Korallenschnur als Synonym für Paternosterschnüre erwähnt wird.


Die andere farbige Komponente hingegen ist bei diesem Messer eine Scheibe des Halbedelsteins Türkis, in einem wunderbaren blaugrünen Farbton und mit seiner charakteristischen Maserung.

Türkis, irrtümlich nach dem Hauptumschlagsort Türkei benannt obwohl seine klassischen Abbaustätten eher im Iran und der Sinaihalbinsel zu verorten waren, wurde schon ab etwa 5000 v.Chr. in Ägypten zur Schmuckherstellung verwendet und gilt somit als einer der ältesten Schmucksteine der Menschheitsgeschichte. er dürfte in Europa vor allem durch die Kreuzzüge populär geworden sein.

Als "Bindemittel" dienten wie oft in der Plättchentechnik Lederscheiben so wie das bei dieser Technik historisch am häufigsten eingesetzte Material, Messing.


Bedingt durch die "holzlose" Gestaltung des Hefts war hier eine vollständige Durchsteckung der Angel durch alle Plättchenpakete nötig. Als Zwinge sowie als Abschluss dienen kräftige pakete aus Messingblech. Das letzte Plättchen wurde dann mit der Angel vernietet. Durch die große Anzahl an Buntmetall erhält das Messer eine sehr angenehme Schwere und liegt gut in der Hand.

 
Von der grundsätzlichen Form her (zylindrischer Griff ohne Überstand sowie ein gerader Klingenrücken), der eher geringen Messergröße sowie den teilweise sehr exklusiven Griffmaterialien ist das Messer klar auf das Spätmittelalter zu datieren, und zwar am ehesten vom ausgehenden 13.Jahrhundert bis zum Niedergang der Plättchentechnik im späten 14.Jahrhundert.


Alles in allem: Ein sehr gelungenes Stück, gut einsetzbar und mit seiner Buntheit eindeutig etwas Besonderes .. das zu übertreffen wird mir schwer fallen, aber hey, das hab ich mir schon oft gedacht. Und andere Farben haben auch schöne Töne.

Montag, 9. März 2015

Aua, mein Rücken

Ich kann die Befürchtungen um meinen Gesundheitszustand aber gleich wieder zerstreuen, denn es handelt sich mitnichten um meinen Rücken (um den es aber auch nicht besonders gut bestellt ist .. das Alter halt) sondern die Aussage ist aus Sicht meines neuesten Werkes zu sehen:


Mittwoch, 25. Februar 2015

S(k)lavenarbeit

So, Messerbaupause beendet! Und schon geht's los mit etwas eher speziellem .. einem Messer für eine befreundete Darstellerin der slawisch beeinflussten Regionen. Also sie stellt natürlich einen Menschen aus einer slawisch beeinflussten Region dar, nicht eine slawisch beeinflusste Region selbst. Dafür ist sie zu zierlich!


Der gute Hr. Dr. Holtmann (und einmal nenn ich seine Arbeit "Untersuchung zu mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Messern" noch!) hat dazu einiges zu sagen, unter anderem:

Donnerstag, 5. Februar 2015

Kleidung zum Wechseln nicht vergessen!

Ja, genau so stehts wohl in jedem Wanderführer bei der Packordnung für den Rucksack. Sachen zum Wechseln! Und dass das auch für die Darstellung historischer Personen interessant ist, soll folgendes Beispiel zeigen: