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Montag, 2. Februar 2015

Fingerübungen

"Gürtler bin ich , Gürtler, Sakrament no ans, Gürtler! Cingulator! Ich weiß ja genau, irgendwann in 650 Jahren oder mehr wird sich irgendwer als ich verkleiden und was wird der dann machen? Messer .. die ganze Zeit Messer! Was die Leut sich da von mir denken werden is net auszuhalten!"
- -- Niklas Riemer, Februar 1340

Recht hat, der Niklas, wie so oft! Und deshalb und weil nebenbei ein paar Herausforderung auf dem Gürtelsektor auf mich warten hab ich mal angefangen die etwas eingeschmurgelten Finger für die neue Gürtlerdarstellunsgpräsentationssaison wieder ein wenig aufzuwärmen:

Punzierung nach einem Motiv aus Schleswig

Sonntag, 24. November 2013

Scheiden tut gar nicht weh!

"Das mach ich doch im Winter!" .. oft gesagt, nie getan! Ich jedenfalls war bisher der klassische Fall eines Winterschläfers, sobald die Temperaturen sinken, sinkt auch mein Enthusiasmus fürs Hobby etwas zu machen. Traurig! Aber nicht dieses Jahr .. hab ich mir fest vorgenommen ... und tatsächlich, es geschieht hin und wieder was! Fein!

Jedenfalls hab ich vor langer Zeit mal eines meiner Messer gebloggt, hier nämlich, und vor noch viel längerer Zeit hab ich es gebaut .. und bis vor Kurzem hatte das gute Stück keine vernünftige Scheide. "Mach ich doch im ...", hab ich gesagt, und jetzt endlich auch getan!


Die Scheide ist aus einem dünnen Rindsleder und nass direkt auf das Messer geformt, daher auch der assymetrische Schaft für das Messerheft. Direkt ins feuchte Leder hab ich dann mit einem Griffel die Ornamente geritzt, nach einer Vorlage aus der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts aus London.


Das Leder ist übrigens in einer kalten Idigoküpe für ein paar Stunden blau gefärbt worden. Indigo färbt allerdings nur die Oberfläche und nicht das "Fleisch" des Leders, sodass beim Zuschnitt weiße Schnittkanten zum Vorschein kommen. Das wirkt recht attraktiv.


Wie auch bei den anderen Scheidenfunden aus London ist die Rückseite weit enfernt von der Kunstfertigkeit der Schauseite, dementsprechend hab ich mir Mühe gegeben auf der Hinterseite möglichst patschert zu arbeiten.

Damit ist wieder etwas von der langen ToDo Liste verschwunden! Amen, Mahlzeit und Gute Nacht!



Sonntag, 27. Januar 2013

Frisch vom Riemertisch II

Nun ist also soweit, Teil 2 einer doch noch länger fortzuführenden Serie liegt vor, ich hab ja mittlerweile eine stattlich Anzahl an Gürteln zu präsentieren. Viel Spaß beim Lesen!


"Wieder mal etwas von der Seele, Schulden können ja ganz schön darauf lasten! Jedenfalls ist der Gürtel für den Wollhändler aus Frankfurt jetzt doch endlich fertig, mein alter Gelbgiesser war länger mit den Beschlägen säumig. Letztendlich hab ich sie dann doch noch gekriegt und natürlich gleich montiert. Ist ein schönes Stüch geworden, 3 Finger breit und mehrreihig punziert und von dunklem Blau! Nach dem Fetten kam die dunkle Farbe erst so richtig schön raus. Bin ja schon gespannt was der alte Zausel aus Frankfurt davon hält ... schade dass wir den Preis schon vorher ausgehandelt haben, sonst könnt ich für das Stück sicher noch ein paar Pfennig mehr rausholen. Naja, der Herr gibt es und der Herr nimmt es. Amen.

-- Niklas Riemer, Januar 1340 --"


Der hier gezeigte Gürtel ist schon in mancher Hinsicht etwas Besonderes, er ist sehr breit (4,5cm) und auch ziemlich lang. Da ich den ganzen Riemen mit einer kleinen Punze geschlagen habe, und das 4-reihig, war schon das Punzieren einiges an Arbeit. 

Schnalle und Riemenzung hat schon der Auftraggeber gestellt, die musste ich nur noch in Form bringen und mit dem Riemen vernieten.

Aufgrund der Gürtelbreite neigt selbst das 3mm starke Rindsleder dazu sich einzurollen, also musste ich in regelmäßigen Abständen funktionelle Bortenstrecker als Beschläge anbringen. Da ich für eine solche Breite nichts sinnvolles auf Lager hatte sind die abbgebildeten Beschläge diesmal wieder reine Handarbeit, mit eingefeilten parallelen Kerben versehen.


An der linken Seite hab ich den Gürtelbeschlag dann noch mit einer Öse hinterlegt die einen einfachen Messingring als Börsenhänger aufnimmt. Die Trageöse ist mit dem Beschlag mitvernietet.


Es ist ein sehr schönes Stück geworden und obwohl ich die Bortenstreckerzahl auf 9 begrenzt habe ist er ziemlich schwer. Wie immer fällt es mir nicht leicht mich von einem meiner Produkte zu trennen, aber da ich weiss dass sich ein guter Freund schon sehr drauf freut gehts diesmal mit leichterem Herzen. Fehlt also nur noch das Stoßgebet an den Hl. Gabriel, Schutzpatron der Briefträger, damit die gute Post das Stück nichtbeim Versand verliert!

PS: Ach ja .. der letzte Gürtel war ja grün, der hier ist blau .. scheint mir, ich mag bunt!