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Donnerstag, 26. Januar 2017

Buntes Schwarz

Kann sich noch wer an mein buntes Messer erinnern? Nein? Echt nicht? Na kommt schon .. das da? Na eben! Für das gut Stück gab es dann ja auch recht bald eine Messerscheide. Und dann hielt ich das Projekt für abgeschlossen. Allerdings hatten begeisterte Besucher und zuletzt auch mein Altersweitsichtigkeit geplagtes Ich einige Problem die schöne Ledergravur auf dem feschen Schwarz der Scheide zu erkennen.

Kurz und gut: Es war mir zu schlicht und ich hatte grad Zeit (während bei der Doppelscheide der Leim trocknete) und daher hab ich zum Pinsel gegriffen:


Und da das Messer ja schon recht bunt war hab ich auch bei der Scheidenbemalung nicht mit den Farbe gespart, vorwiegend Rot und Gelbtöne kamen da zur Anwendung:


Die winzigen Drachen in Schwarz auf schwarzen Grund zu bemalen stellte sich als Herausforderung dar, ist doch die ganze Messerscheide grad mal so dick wie mein Zeigefinger. Und meine Beine sind grau und meine Augen alt und krumm.

Trotzdem habe ich das (wie ich vor Eigenlob müffelnd gerade finde) ganz ordentlich hinbekommen. Das ganze Set hat jetzt etwas Edles. Understatement war ja nicht so die Sache in der Gotik:


Auch die Rückseite hat etwas Farbe abbekommen, aber natürlich der "Gotischen Schauseitentheorie" entsprechend in abgespeckter Form:


Mehr gibt es eigentlich auch gerade nicht zu sagen. Ich bin also fertig. Und lass die Bilder für sich sprechen.

Mittwoch, 25. Januar 2017

Eine Doppelhaushälfte für jeden!

Was vielleicht so klingt als würde es den Wohnsituationswunsch einer 4-köpfigen Familie mit einer pubertierenden 14-jährigen und ihren 8-jähriger Schwester beschreiben ist in Wahrheit (meine Mädels sind nämlich ur lieb, haben sich ur lieb und ich hab sie ur lieb ... meistens jedenfalls) eine etwas hatscherte Überleitung zu einem (und darauf bin ja fast stolz) lange nicht mehr angesprochenen Thema. Messer! (und ja, meine Augen leuchten wenn ich das schreibe)

Our english-speaking guests can find an abstract at the end of the article

Großes Allzweckmesser nach Schweizer Fund und kleines Essmesser. Beide in Plättchentechnik mit Durchgangsangel
(1) A big dagger knife after findings from Switzerland and a small eating knife, both handels made of wood and brass

Mittwoch, 6. Juli 2016

Es ist zum Weinen ...

.. wenn man den inneren Zwang hat Blogartikel mit einem Wortscherz, meist einem flachen, zu beginnen. Deshalb versuch ich mir das ab jetzt abzugewöhnen und werde sachlich:

Neue Messer sind entstanden und weil mir danach war habe ich, immer noch inspiriert vom Vertiefen in die Geschichte Wiens in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts und beeinflusst vom Wunsch der neuen Besitzerin des dicken Dings (Nein, ich hab keine neue Ehefrau .. und ich bin nicht dick! Nicht richtig zu mindestens), das Thema "Wein" für die Messer aufgegriffen.

Und nein, wie man sieht sind es keine Rebmesser wie dieses hier, sondern Messer die sich scheidendekoristisch mit dem Thema Wein auseinandersetzen. Das erste davon soll ein Küchenmesser für eine Freundin sein die sich das 12.Jahrhundert auf das Pennon geschrieben hat. Das zweite Messer hingegen ist mein eigenes und wird, Widerstand ist zwecklos, dem Kollektiv hinzugefügt.

Zwei mittelalterliche Messer - ein romanisches Küchenmesser (oben) und ein hochgotisches Essmesser (rechts unten)


Samstag, 20. Februar 2016

What's this? This is typical Elf work!

Ja, so sagt er der liebe Gandalf. Jedenfalls in den Outtakes aus dem "Herrn der Ringe". Kennt ihr nicht? Ist im gesamten ganz witzig, allerdings wird es ab 0:27 legendär. "Typical Elfwork" hat bei uns in der Familie mittlerweile Kultstatus.

Das Messer das ich heute fertig gemacht habe allerdings spricht jetzt nicht von seiner Qualität vom erwähnten "Typical Elfwork". Gott bewahre, nichts verlässt meine Werkbank das ich mir nicht selber mit gutem Gewissen bei einem Qualitätsevent an den Gürtel hängen würde. Was aber bringt mich dann zu der Elfensache? Ganz einfach. Irgendwie sieht das elfisch aus, finde ich. So elfisch dass ich es wohl nicht hingekriegt hätte wenn ich so gewollt hätte.


Montag, 30. November 2015

Wie ein bunter Hund

Bunt! Nicht gerade das erste Wort das einem einfällt wenn man sich berüchtigte Hollywoodmittelalterfilme, billige Dokumentationen oder heutige Burgruinen und Kathedralen ansieht. Steinsichtig grau stehen die Bauwerke da in der Gegend herum, hellbraun, dunkelbraun und grau laufen Schauspieler durch schlammbraune Szenerien.

Aber die Gotik war bunt. Statuen und Figuren waren in der Regel aufwändig bemalt, die Innenräume von Kirchen und besseren Häusern waren mit bunten Fresken verziert, bunte Glasfenster ließen das Licht Gottes in die Kirchen und die erzielbaren und auch getragenen Farben bei mittelalterlicher Kleidung, alleine erzielt durch Pflanzen, Flechten, Pilze oder Tierbestandteile, erstaunen jeden geschichtsinteressierten Laien immer wieder aufs Neue.

Und damit kommen wir zum angesprochenen bunten Pudelhundes Kern: Ich find das gut! Ich mag bunt. (Naja, zu mindestens in der Darstellung, privat bin ich ja eher der Hollywood-Mittelalterbauer-Typ in braungrauoliv). Und da ich auch Messermacher bin, gehört bunt da eben auch dazu

Bisher habe ich diesen Aspekt in meinen Scheidenrekonstruktionen allerdings zu wenig einfließen lassen, denn abgesehen von der gelegentlichen Schwarzfärbung und einem Ausflug ins Rote (den muss ich demnächst mal bloggen) sind meine Messerscheiden Naturbraun. Schrecklich klischeehaft.

Tatsächlich ist aber auch in der Fachliteratur immer wieder der eine oder andere Hinweis zu finden, dass Messerscheiden in der Tat bemalt waren. So finden sich z.B. auf erhaltenen Scheiden aus London Spuren von Farbpigmenten, meistens Ocker. Auch erhaltene Lederobjekte zeigen deutlich die Spuren von Bemalung, wie z.b. ein französisches, mit Leder verkleidetes Kästchen aus der zweiten Hälfte des 14.Jahrhunderts dessen Farbgebung noch sehr gut zu erkennen ist:


Also informierte ich mich mal über damals verwendete Farben und Farbtypen und kam (auch dank der Malerinnen in unserer Truppe) recht rasch auf den Begriff der Tempera. Darunter versteht man mit öliger Emulsion angerührte Farbpigmente, wie z.b. den oben schon erwähnten Ocker. Gesagt, gesucht, getan, gekauft und losgeockert:
 

In diesem Fall habe ich mich einerseits von den Ockerspuren des Fundes aus London sowie der rottönigen Palette des Kästchens inspirieren lassen und die Messerscheide des Essmessers meiner Frau in Erdtönen bemalt:



Völlig angeheizt von der Erfahrung mal etwas anzupinseln das nicht Wohnzimmerwand heißt, ließ ich die erste Scheide trocknen und stürzte mich gleich auf die Nächste:


Hier wurde ich dann schon deutlich mutiger was die Farben angeht und völlig überwältigt von der Vielfalt an möglichen Farbtönen schlug ich gleich mal richtig zu – der bunte Hund .. naja, Drache in dem Fall:



Und weil die Pinsel jetzt eh schon dreckig waren ging ich rüber zum Schaukästchen und griff mir noch eine Lederscheide:


Diesmal verwendete ich mehr oder weniger die gleichen Farbtöne wie beim Drachenmesser, spielte dafür aber erstmals mit Licht und Schatten ein wenig herum:



Und dann ...  dann, bevor ich jetzt in meinem Überschwang auch noch die restlichen Scheiden, eventuell herumstehende Becher und halbfertige Kleidungsrekonstruktionen mit künstlerischer Hand in farbenstrotzende Meisterwerke verwandeln konnte, bremste mich mein Gewissen mit den Worten: „Ja eh klar, Nikolaus, war sicher alles bemalt. Ohne Ausnahme. Oder? Denk nochmal nach!“

Deshalb ist hier auch Schluss mit Bildern von bemalten Messerscheiden, ein paar dürfen ruhig pfuibraun bleiben.

Ach ja, ein großer Vorteil beim Bemalen war, dass die Tempera sich mit Wasser so wunderbar wieder abwaschen ließ und ich so mehrere Versuche an derselben Messerscheide hatte.

Tja, Vorteil, naja, denn:

Ein großer Nachteil beim Bemalen war, dass die Tempera sich mit Wasser so wunderbar wieder abwaschen ließ und das erste Mal angreifen mit feuchten Händen zu bunten Händen und braunem Leder führte.

Hmm, nicht gut.

Ein paar Recherchen weiter stieß ich (auch dank einiger Ideen und Hinweisen meiner Mitstreiter) dann auf Leinölfirnis. Und landete bei Leinöl-Standöl. Das hatte meine geliebte Frau nämlich in ihrer Textildruckerkiste.

Damit betupfte ich dann die bemalten Scheiden und fixierte die Farbe durch die anschließende biochemische Lackbildung ein wenig. Ist jetzt immer noch nicht als Scheide für Tauchermesser gedacht, aber immerhin kann man mal ins Schwitzen kommen ohne selbst … zum bunten Hund zu werden.

Dienstag, 30. Juni 2015

Schwarze Drachen

Der Titel könnte jetzt auf meine nostalgischen Anfänge mit D&D hinweisen, gleich nach der Erklärung kommt dann die Schatztabelle und der Schadenswert für den Säureangriff! Tut er aber nicht.

Vielmehr geht es um die Verzierungen die ich auf der Scheide für mein Prachtmesser angebracht habe und die auf demOriginal einer nicht näher datierten Messerscheide aus London basieren:

Sonntag, 25. Januar 2015

Liebe Suchmaschinenbetreiber und Suchmaschinenbetreiberinnen

... sehr geehrte Googles und Googlerinnen, ihr Bings und Bingerinnen!

In meinem letzten Posting habe ich ein etwas spezielles Vokabel zum Einsatz gebracht, das ich euch zur Einpflege in eure Datenbank doch gerne weiter erläutern würde:

"Zipfeldekor" ist NICHT die österreichische Variante von "Intimschmuck für Männer"!

Nachdem das jetzt geklärt wäre, können wir wieder zum Eigentlichen kommen .. Messer und Scheiden! ... ohje, Scheiden und Zipfeldekor im selben Beitrag .. ich sehe dunkelpornographische Wolken am Horizont!
 

Samstag, 24. Januar 2015

An der Nordseeküüüüste ...

*ramtamtamtam* ... und so weiter. Ekelhaftes Lied. Und auch völlig egal, weil Schleswig zwar irgendwo da oben ist, aber eben nicht an der Nordsee. Trotzdem bring ich Schleswig irgendwie mit kalten Stränden, eisigen Wintern und Deichen in Verbindung. Und mit Pinguinen, die aber bekanntlich nicht oben sondern weit unten leben. Egal. Schleswig!

Aber warum Schleswig? Na weil ich einen neuen Hut brauche! Gut, nicht direkt brauche, sondern eher möchte. Einen klassischen Jagdhut aus Filz, vom Typ "Robin Hood", und grün soll er außerdem auch noch sein. Aber das hat jetzt wieder nur am Rande mit Schleswig zu tun, ich weiß gar nicht ob der Huttyp fürs 14. dort zu belegen ist. Ich schweife schon wieder ab. Also, Schleswig!

Um an meinen Hut zu kommen musste ich also ein Angebot unterbreiten das man nicht ablehnen kann, und entschloss mich ein Messer einzutauschen. Und da wären wir dann schon fast in Schleswig:

Dienstag, 10. Juni 2014

Der beste Freund eines Mannes sucht nach passender Scheide ...

Himmel hilf, der Titel hört sich ja wirklich wie eine schlechte, obszöne Kontaktanzeige in einem dieser Billigerotikblätter an! Hab ich mir sagen lassen, selbst hab ich so eine Zeitschrift ja noch nie gesehen. So geht es einem jedenfalls wenn man mal bloggt und nichts zu schreiben hat und dann einen weiterführenden Artikel zu dem einfallslosen Beitrag verfassen muss.

Jedenfalls, es geht um mein letztes Messer welches, und da muss ich mich selber loben, wirklich schön geworden ist. Und ein Messer braucht, wenn es kein Klappmesser ist, auch eine passende Scheide:


Montag, 13. Januar 2014

Eine neue Scheide .. mal wieder!

Nun hat es also nach den Eltern auch das Töchterchen erfasst und somit muss ein neues Essmesser für die Große her. Also eigentlich hat sie ja eines, damit das aber an die Kleine gehen kann, die mit der vollen Erfahrung ihrer 5 Lebensjahre auf den Besitz eines eigenen Essmessers "für die Burg und so" pocht, braucht die Große halt ein Neues.

Es ist jetzt natürlich aber so, das jeder gute Geschichtsdarstellerhaushalt mehr gut geschliffene Messerrekonstruktionen in der Vitrine liegen hat, als scharfe Küchenmesser im Messerblock. Kein Problem, also! Nur hatte das Messer eben keine Scheide ... bis gestern.

Und weil man halt ein Darstellertöchterchen ist, ist es einem nicht wie beim Sportschuhkauf genug einfach achselzuckend zu sagen "Wie die ausschauen soll? Is mir wurscht .." , sondern man muss schon selbst ein paar angebotene Ideen aus verschiedenen Fachpublikationen genau abwägen und sich dann mit penetranter Sicherheit für das Entscheiden was am künstlerisch aufwändigsten ist. Ein Muster? Nein! Eine Blumenranke? Nein! Ein Hase? Nein! .. Ein PFAU!

Die Vorlage befindet sich in Cowgills Knives and Scabbards und was ich noch als das übliche fantasiekreatürliche Drolerium abgetan hatte, wurde von der Vereinsgenossin treffsicher als Pfau identifiziert .. hier nun die Umsetzung:



Oder, etwas größer herausgestellt:


Das Motiv ist in die angefeuchtete Hautseite eines dünnen Rindsleders geritzt, die Flächen habe ich mit einem einfachen Punktdekor aufgefüllt und die Griffhülse mit einem einfachen Rautenmuster verziert. Die gesamte Scheide habe ich dann noch gefettet.



Wer jetzt glaubt das war die ganze Geschichte, hat keine frühpubertierende Tochter .. denn auf das fertige Werk angesprochen meinte sie zwar durchaus mit Begeisterung: "Sehr schön geworden, Papa!", nur um gleich dazuzusetzen "Und wie verzierst du jetzt den Griff??"

Papa geht jetzt einen Kreisaugenbohrer suchen. Schönen Abend!

Sonntag, 24. November 2013

Scheiden tut gar nicht weh!

"Das mach ich doch im Winter!" .. oft gesagt, nie getan! Ich jedenfalls war bisher der klassische Fall eines Winterschläfers, sobald die Temperaturen sinken, sinkt auch mein Enthusiasmus fürs Hobby etwas zu machen. Traurig! Aber nicht dieses Jahr .. hab ich mir fest vorgenommen ... und tatsächlich, es geschieht hin und wieder was! Fein!

Jedenfalls hab ich vor langer Zeit mal eines meiner Messer gebloggt, hier nämlich, und vor noch viel längerer Zeit hab ich es gebaut .. und bis vor Kurzem hatte das gute Stück keine vernünftige Scheide. "Mach ich doch im ...", hab ich gesagt, und jetzt endlich auch getan!


Die Scheide ist aus einem dünnen Rindsleder und nass direkt auf das Messer geformt, daher auch der assymetrische Schaft für das Messerheft. Direkt ins feuchte Leder hab ich dann mit einem Griffel die Ornamente geritzt, nach einer Vorlage aus der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts aus London.


Das Leder ist übrigens in einer kalten Idigoküpe für ein paar Stunden blau gefärbt worden. Indigo färbt allerdings nur die Oberfläche und nicht das "Fleisch" des Leders, sodass beim Zuschnitt weiße Schnittkanten zum Vorschein kommen. Das wirkt recht attraktiv.


Wie auch bei den anderen Scheidenfunden aus London ist die Rückseite weit enfernt von der Kunstfertigkeit der Schauseite, dementsprechend hab ich mir Mühe gegeben auf der Hinterseite möglichst patschert zu arbeiten.

Damit ist wieder etwas von der langen ToDo Liste verschwunden! Amen, Mahlzeit und Gute Nacht!