Mittwoch, 19. Juni 2013

Werdegang eines Messers II

Nachdem ich in einem früheren Artikel schon mal auf die grobe Vorgehensweise beim Messerbau eingegangen bin, möchte ich das heute noch durch ein paar Bilder aus dem Schaffensprozess vertiefen.

Es handelt sich, wie bei Messern aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts üblich um ein Griffangelmesser, mit einem Heft in Plättchentechnik. Näheres zur Technik und dem hochgotischen Messer im Allgemeinen gibt es auch hier und hier zu lesen.

Das erste Bild zeigt die Klinge mit der Griffangel sowie die bei dem Projekt eingesetzten Plättchen: Messing, Leder und Knochen.


Die Plättchen werden nur grob in Form und Größe geschnitten und mit einem Meissel werden die nötigen Löcher in Messing- und Lederteile gemacht und dann auf die Angel aufgeschlagen. Dabei ist es in beiden Fällen hilfreich, wenn der Meissel etwas schmäler ist als die Angel, so verkeilen sich die Blättchen beim Aufschlagen und halten fest auf der Angel. Für den Knochen muss man zuerst 2 Löcher bohren und diese dann durch ausfeilen zu einem Schlitz verbinden. 

 
Dann wird auch der Knochenteil vorsichtig auf die Angel geschlagen, er sollte, im Gegensatz zu den Messingplättchen,  locker sitzen, da er sonst beim Aufschlagen bricht.

Auf dem nächsten Bild ist das erste Plättchenpaket vor dem Aufschieben des Hefts zu sehen. Bei den Plättchenpaketen ist darauf zu achten, dass zwischen jedem harten Material (Holz, Messing, Knochen, Horn, Eisen etc.) und dem Nachbarplättchen ein Lederplättchen gesetzt wird. Nur so ist garantiert, dass das Heft nach dem Vernieten nicht zu wackeln beginnt.


Das nächste Bild zeigt uns den gesamten Heftblock, also das vordere und hintere Paket mit dazwischen liegendem Holzteil. 

 
Wenn man soweit gekommen ist, muss man das gesamte Heft nur mehr fixieren, in dem man die Angel mit dem hintersten Plättchen (in der Regel ein Metallplättchen) vernietet. 



Dieser Punkt ist auch der, der mich bisher von einer historischen Messererdarstellung abgehalten hat! Denn ohne die Klinge fest in einen Schraubstock zu spannen kriege ich das Vernieten nicht hin, und Schraubstöcke waren zu meiner Darstellungszeit noch nicht erfunden. Ich hab schon länger mal vor, alternative Methoden zur Fixierung der Klinge beim Vernieten zu testen, bin aber leider noch nicht dazu gekommen. Da würde ich natürlich über Feedback der Messermacher da draussen freuen!! Nun muss aber für diesem Punkt der moderne Weg her. 

Dabei wird das Messer senkrecht in den Schraubstock gespannt und an der Klinge (!) fixiert. Eigentlich logisch, denn wenn man den Griff einspannt und auf die Angel schlägt flutscht die Angel aus dem Heft.

Der Griffblock ist nun natürlich auf jeden Fall zu groß und auch völlig außer Form. Und da, nach dem Vernieten nämlich, beginnt auch der mühsame Teil des Messererlebens, das Raspeln, Feilen und Schleifen des Hefts.

Hier eine Abbildung aus dem Bruderbuch der mendelschen Zwölfbrüderstiftung aus Nürnberg, entstanden um 1425, diese zeigt einen Messerer beim Überarbeiten des Hefts:


Dazu nutzt er ein Stützvorrichtung die jener ähnelt die auch heute noch von Goldschmieden genutzt wird. Dabei wird das Werkstück gegen ein festes Objekt gedrückt und ist so einfacher zu bearbeiten.

Zuerst wird jetzt radial gearbeitet, das heißt ich bringe zuerst mit einer Feile die Plättchenpakete in die gewünschte Form in dem ich sie quer zur Angel überfeile. 


Wenn die Plättchen die gewünschte Form haben, schnappt man sich die Raspel und bringt den hölzernen Teil des Heftes nahe an die gewünschte Endform. 



Erst jetzt beginnt man das Heft axial, als entlang der Angelachse zu bearbeiten. Dabei arbeitet man eigentlich nur mehr mit einer nicht zu groben Feile um die Messingplättchen und den Knochen nicht gröber zu beschädigen oder gar das Leder auszureissen.



Wenn das Heft dann die gewünschte Endform angenommen hat (und das kann je nach Größe des Ausgangsblockes schon ein Weilchen dauern und einiges an Muskelschmalz kosten), fehlt eigentlich nur mehr mit einer feinen Feile und Schleifmitteln für die entsprechende Optik des Hefts zu sorgen.

So, das wars auch schon mit der Kurzanleitung .. ich würde mich freuen wenn ich entsprechende Rückmeldungen bekomme ob die Anleitung vollständig, verständlich oder überhaupt sinnvoll ist. Viel Spaß beim Messern!

Sonntag, 16. Juni 2013

Noch mehr zu Knochenstyli

Ich möchte euch natürlich auch nicht vorenthalten, was die Fachliteratur zu den Knochenstyli mit Metallspitze zu sagen hat:

Geoff geht in seinem "Medieval Household" davon aus, dass die gefunden Knochengriffel ohne Eisenspitze aus einer Bearbeitung stammen die vorgenommen wurde nachdem eine Metallspitze verloren ging. Gewissermassen als eine Theorie umgekehrt zu der meinigen. Und sie hat auch ein recht gutes Argument: Die reinen Knochengriffel haben eine etwas krude Spitz die tatsächlich recht improvisiert wirkt.

Das führte mich aber dazu, den Nutzen der Metallspitzen noch weiter zu hinterfragen. Heute Morgen haben Versuche dann eines gezeigt, mit der Metallspitze kann ich auch auf Schiefertafeln schreiben! Inwieweit das bei der Herstellung der in London gefundenen Styli eine Rolle gespielt hat kann ich nicht sagen, die Verwendung von Schiefer als Schreibmaterial wird nur gelegentlich in der Literatur angedeutet. Auf jeden Fall ist das Geschriebene nicht ohne Schleifmittel wieder löschbar.

Schreibversuch mit Metallspitze auf Schiefer

Anders sieht die Sache aus, wenn ich mit Schiefer auf Schiefer schreibe, dann nämlich ist der Abrieb für eine deutlich lesbare Schrift verantwortlich welche sich durch wegwischen auch wieder leicht beseitigen lässt. Für den Schulbetrieb ist das wohl die bevorzugte Lösung!

Schreibversuch mit Schieferstift auf Schiefer
Fazit: Da mir keine Funde von dauerhaft beschriebenen Schiefertafeln aus der gotischen Periode bekannt sind, muss meine Theorie der Verwendung von Metallspitzen für das Schreiben auf mehreren Medien unbewiesen bleiben.

Samstag, 15. Juni 2013

Sexy, sexy, sexy!

Da schleicht man an seinem freien Tag voller nervöser Unruhe durchs Haus, streichelt liebevoll über geschätzte Bücher und schon fällt einem etwas fast Vergessenes in die Hände. Nun muss ich etwas ausholen, und mich neben meiner durchaus ernsthaften Darstellungsbemühungen als begeisteter Rollenspieler outen. Ein zweites Standbein gewissermaßen, ein Zusatzhobby und irgendwie auch gleichzeitig der Ursprung der ganzen "Ich-will-mich-verkleiden-und-so-tun-als-würd-ich-in-einer anderen-Welt-leben"-Geschichte. Nur dass ich nach dem zitierten Urspringen eben nicht Richtung LARP geritten bin, sondern meine überbordende Phantasie im Rollenspiel belassen habe und das Studium von Regelbänden und Quellenbüchern weiter getragen habe in die Bereiche Archäologie und Geschichte.

Aber was fiel mir jetzt in die Hände? Es war das alte DSA-Abenteuer "Die Göttin der Amazonen"! Und was hat das jetzt mit diesem Artikel zu tun? Nun muß ich wieder etwas ausholen ...

Irgendwann hab ich mir einmal bei einem der zahlreichen Bastelwarenversender eine Treibmulde aus Holz bestellt. Ohne zu wissen wofür ich die mal brauchen kann und einfach nur damit mein Kugelhammer nicht alleine ist. Dann kam der, gar nicht lange vergangene Tag, an dem eine Tafel 0.6mm Messingblech in meine Hände fiel, und schon kam mir die Existenz meiner Treibwerkzeuge in den Sinn (Heißt das Werkzeug des Plattners eigentlich "Treibgut"?) und ich legte los:

Ich schnitt aus dem Blech einen Kreis und legte den in die Treibmulde. Das Blech war zu groß und stand über. Macht nix, einfach drauf los geklopft. Von diesem ersten Produkt hab ich leider kein Foto aber jeder der diese gefüllten, chinesischen Teigtaschen mit ihrer Knautschoptik kennt , weiß auch wie das ausgesehen hat. Ein Desaster.

Den nächsten Versuch könnte man vielleicht als Avant-Garde-Aschenbecher zum Einsatz bringen, wenn man ein Faible für chaotische Pop-Art hat.

Beim dritten hat's dann geklappt, und eines der beiden Schälchen kam als Ergebnis zum Vorschein:


Welches jetzt das erste war, weiß ich nicht mehr, denn auch wenn ich starke Zweifel hatte, je wieder ein gleich aussehendes, zweites Stück fertig zu bringen, so zeigte sich doch, dass diese herkulische Tat durchaus im Bereich meiner Möglichkeiten lag. Eine Woche nach dem ersten brauchbaren Stück hatte ich also zwei, und damit sind wir auf dem Weg zum Brückenschlag zu den Amazonen des "Schwarzen Auges".

Denn was liegt denn nun näher als diese wunderbaren Plattnerwerke umgehend als Brustschalen für einen Amazonenbikini zu verwenden?? Nix! Naja, fast nix, denn meine geliebte und mit Leidenschaft verehrte Frau ist, gottseidank, etwas prächtiger ausgestattet und so wären diese Nichtmal-A-Körbchen wohl kaum mit passender Wirkung einsetzbar gewesen. Dabei sahen die Amazonenbilder aus dem Abenteuerband wirklich anregend aus!

Aber was soll's, mach ich halt Waagschalen für eine Balkenwaage daraus und begrabe meine erotischen Phantasien in der Fachliteratur. Mahlzeit!


PS: Jetzt bich ich ja mal gespannt, ob das Auftreten der Schlüsselwörter "Sexy", "treiben", "Bikini", "Amazone" und "Körbchen" zu einem sprunghaften Anstieg meiner Blogbesucher führt.

Schreiben - eine nicht ganz selbstverständliche Sache

"Der Herr hat mich ja mit vielen Gaben gesegnet, gelobt sei er und sein Sohn Jesus Christus! Doch ein gutes Gedächtnis gehört nicht dazu. Da kommt es mir gut zu, dass mein Vater das Geld aufbringen konnte mich auf die Schule zu Sankt Stephan zu schicken. Dort hab sie mir das Nötigste an Lesen und Schreiben eingebläut und so bin ich heute einer der wenigen in unserer Gasse der so was Ausgefallenes kann. Und ich kann brav mitschreiben wer noch was ausständig hat. Meinen Kindern versuch ich das Schreiben auch beizubringen, die sollen es im Alter dann auch leichter haben. Aber schwer ist das schon!

- Niklas Riemer, Januar 1340 --"

Literarität war im Mittelalter bei weitem keine weit verbreitete Sache. Vor allem im klösterlichen und klerikalen Bereich war sie jedoch im Spätmittelalter schon sehr weit verbreitet und auch die aufstrebenden Stände des Bürgertums fanden durch die Erfordernisse des Handels immer mehr in die Schriftlichkeit.

Neben Büchern, einem nahezu unbezahlbaren und kostbaren Gut war das schreiben auf Wachstafeln um 1340 schon recht weit verbreitet. Zahlreiche Funde solcher Tafeln zeugen davon. So wurde z.B. in Lübeck ein wundervolles Set an kleinen Taschen-Wachstäfelchen gefunden, komplett mit einem Lederetui und der Aufnahme für den Schreibgriffel, den so genannten Stylus.

Wachstafelset mit Etui, vermutlich aus dem späten 15.Jhdt.
aus "Mittelalterliche Schreibgriffel aus Lübeck"
von Torsten Lüdecke und Ulrich Drenkhahn

Obwohl die Objekte in der obigen Abbildungen deutlich nach meiner Darstellungszeit zu datieren sind, finden sich doch ähnliche Dinge auch schon deutlich früher. So z.B. gibt es ein ähnliches Etui im Nachlass des Hermann von Goch aus dem 14.Jhdt. Dort sind allerdings Schiefertafeln enthalten.

Da ich derzeit intensiv an einem neuen und recht interessanten Gürteltaschenprojekt arbeite und immer noch am auflisten und nachdenken bin was man da denn so reinpacken kann, bietet sich ein Schreibgarnitur natürlich an, also entschloss ich mich die passenden Wachstafelfunde mit den passenden Funden aus anderen Komplexen zu kombinieren.

Es wir daher wohl ein kleines Wachstafeldyptichon werden, inklusive dem passenden Lederetui und einem Stylus aus Knochen, Teile davon sind schon fertig und sollen hier präsentiert werden:


In der oben erwähnten Publikation von Lüdecke/Drenkhahn "Mittelalterliche Schreibgriffel aus Lübeck"sind erwartungsgemäß eine Menge schöner Vorbilder enthalten, Griffel aus Eisen, Buntmetall oder Knochen. Trotzdem habe ich mich entschieden, für meine Stylus eine Vorlage aus dem Londoner Fundkomplex zu nehmen. Das liegt an mehreren Gründen, zum ersten mag ich die Themsefunde sehr gerne weil durch die enorme Zahl der gefundenen Objekte auch sehr Ungewöhnliches gut dokumentiert vorliegt, zum zweiten ist Lübeck ja auch nicht gerade um die Ecke und zum dritten hab ich ein gewisses Faible für Exoten, nachzulesen unter anderem bei den Artikeln über den Kerzenhalter und die Waage. Man kann mir also wohl begründet vorwerfen ich würde nicht genug auf den viel zitierten "repräsentativen Querschnitt" achten. Stimmt! ... und es ist mir bewusst .. und nebenbei auch völlig egal. Ich habe eine viel zu große Faszination für den Erfindungsgeist gotischer Tüftler um mich von so was abhalten zu lassen.


Daher finde ich gerade die Griffel aus London sehr speziell, denn sie besitzen eine, in den Grundkörper aus Rindsknochen eingesetzte, metallene Spitze. Warum man das so gemacht ist unklar, denn auch Rindsknochen besitzt bekanntlich die Eigenschaft sich nadelspitz verarbeiten zu lassen. Es wurden ja auch reine Knochengriffel gefunden, die dem selben Design entsprechen wie die Metallbespitzten. Möglich wäre daher, dass man einen Stylus mit abgebrochener Spitze durch das einsetzen einer metallischen gewissermaßen "restaurierte".


Das Wachs-Leinöl-Ruß-Gemisch habe ich mal wieder weniger nach überliefertem Rezept als nach Gefühl zusammen gemischt. Die erste Mischung war ideal was die Konsistenz anging, weich und nur leicht schmierig. Es sollte nämlich gleichzeitig weich genug sein um es stellenweise in einer dem radieren ähnlichen Weise wieder zu glätten, darf aber auch nicht so schmierig werden, dass eine gewisse Temperaturbeständigkeit nicht mehr gewährt ist. Aber die Farbe war eher ein dunkles Grau als das erhoffte Schwarz, also hab ich noch ein wenig Wachs und Öl dazu gegeben und eine größere Menge Ruß aus dem Kamin gekratzt, fein gemahlen und eingemischt.

Wie man sieht, passt die Farbe jetzt allerdings knirscht das ganze ein wenig beim Schreiben - zu viel Ruß! Trotzdem sind die Täfelchen hinreichend funktionell.

Das Etui muss ich jetzt natürlich auch noch machen .. und dann muss noch die Tasche fertig werden .. es gibt also viel zu tun, packen wir's an!

Mittwoch, 15. Mai 2013

Bidenhänder!

"Mit schweren, beidhändig geführten Schlägen drosch das Mädchen auf den wehrlosen Haufen ein. Ihre kleinen Fäuste waren geradezu verbissen um das Heft des zweihändigen Schlegels gekrallt und die Wucht ihrer Hiebe schlug das schmutzige Bündel so heftig, dass sie in der sommerlichen Hitze schwitzte. Was für ein Abschaum! Dieser Schmutz musste für immer hinfort und nur die Kraft ihrer schmalen Schultern stand jetzt noch zwischen der seeligen Reinheit und dem Unrat."

Ach, ich mag reißerische Texte! Vor allem wenn sie klingen als seien sie einem dieser wunderbaren historischen Romane entnommen die in ungezählter Vielfalt den Büchermarkt überschwemmen. Vielleicht sollte ich auch so einen schreiben? Würde ich den obigen Text als Einleitung nehmen könnte man dann mit einem Titel wie "Brüste des Zorns" oder "Amazone des Herzogs" liebäugeln!

Naja, in diesem Fall ist aber wohl eher "Wilde Wut des Waschtags" oder "Die Rache der Wäscherin" angebracht, denn trotz der (in meinen Augen recht spektakulären) Einleitung geht es wieder mal nicht um Sex und Gewalt sondern um ... Schmutzwäsche! Und nein, nicht zweideutig oder als blumige Umschreibung für pikante Skandale der Hochgotik, sondern tatsächlich um schmutzige Textilien.

Die Mädels der Wienischen Hantwërcliute 1350 haben sich kürzlich mit der Thematik befasst und da wir immer noch eine, in dieser Szene geradezu wunderlich wunderbare, Kooperationsbereitschaft untereinander haben, habe ich mich natürlich gerne bereit erklärt ein solches Projekt mit Tat zu unterstützen. Mit Rat war nämlich nicht mehr viel an Unterstützung zu leisten, bei Recherchen nehmen die Damen es nämlich recht genau.

Nun aber zum Wesentlichen, dem Objekt weiblicher Begierde, dem Gegenstand der Einleitung und dem letzten Produkt meiner Handwerkskunst .. dem Wäschepleuel:



Als Vorlage für dieses Waschutensil diente mir eine Abbildung aus der Holkham Bible, einer fein illustrierten Handschrift aus dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts die viele wunderbare Details zu Alltagsgegenständen und täglichen Verrichtungen der Hochgotik zu bieten hat. Unter anderem eben auch dieses Bild:

The Holkham Bible (http://posner.library.cmu.edu/Posner/)

Interessant erschien mir dabei die Tatsache, dass der Griff des Prügels tatsächlich lang genug ist um mit beiden Händen gehalten zu werden, etwas das sich auch vereinzelt auf deutlich späteren Abbildungen des Wäschewaschens wiederfindet. Entsprechend der Form dieser Buchmalerei habe ich auch das Pleuel für Handwerksmädels dimensioniert. Das Bild unten zeigt als Grössenvergleich noch meine Hand um das Heft:


Als Material dient hier gut abgelagertes Buchenholz, hauptsächlich deshalb, weil es gerade in meinem Keller verfügbar war und als hartes Laubholz auch relativ schwer ist.

Jetzt bin ich schon sehr gespannt wie sich das gute Stück im Einsatz bewährt und hoffe mal auf einen feinen Erfahrungsbericht auf dem "Schwester"blog der Wienischen Hantwërcliute 1350 nach deren Einsatz auf der Bachritterburg im Sommer gemeinsam mit Forachheim, an dieser Stelle auch gleich liebe Grüße an die Adresse!

Montag, 25. März 2013

Fundstück der Woche XIII

Einen schönen Winter wünsche ich all meinen Lesern! Ist das Wetter nicht herrlich? Ich für meinen Teil könnte mich bei dieser Witterung vor negativer Begeisterung (das wäre dann wohl Entgeisterung) förmlich in allen Regenbogenfarben übergeben.

Nichtsdestotrotz gibt es mal wieder ein Fundstück der Woche, diesmal in Form eines Glasfensters aus der Leechkirche in Graz. Leider liegt mir das Fenster nur als Bild in Graustufen vor, sollte also jemand aus Graz das hier lesen und die Gelegenheit haben das gute Stück vor Ort in Farbe abzulichten wär ich sehr dankbar!

Glasfenster mit Deutschorensritter, Ende 13. Jhdt.
Was begeistert nun aber auf dem Bild? Nun, für mich ist es die früheste Abbildung eines Paternosters mit Gliederung durch große Perlen und einem Abschluss mit Quaste! Und das Ganze eben schon gegen Ende des 13. Jahrhunderts.

Ich bin ja schon in dem Artikel auf die Seltenheit von Paternosterkettenabbildungen eingegangen, deshalb spar ich mir eine Redundanz.

Mein Dank gilt jedenfalls dem namenlosen Ordensritter der so geduldig für dieses wunderbare Glasmalerei Portrait gestanden hat und dabei nicht auf seine Gebetskette verzichten wollte!

Dienstag, 5. März 2013

Ein ziemlich dickes Ding

Kaum habe ich ihn geschrieben, stelle ich auch schon mal fest, dass mir der Beitragstitel jetzt möglicherweise ein paar Besucher mehr einbringen wird! Allerdings kommen die aber vielleicht aus einer Ecke wo ich mich nur mit einer intakten Desinfektionsdusche hin begeben würde. Es sei also klar gestellt, es geht in diesem Artikel um ein Messer, ein dickes, schweres, glänzendes Stück Metall! Punkt!

Mein wunderbarer Nachbar hat das Stück letztens von irgendwo auf seinem Dachboden hervorgeschleppt und weil ich in letzter Zeit immer wieder mal durch mein Faksimile des Tacuinum Sanitatis blättere wurde mir das Potential des guten Stückes natürlich bewusst. Obwohl, eigentlich ist dieses Bewusstwerden auch schon wieder ein Zeiterl her, das gute Stück lag nämlich unbeheftet einige Zeit herum bevor ich es gestern zur Hand nahm um ihm den nötigen Schliff zu verpassen.


 

Die Klingenform entspricht wunderbar der immer wieder bei Schlachterszenen erkennbaren schweren Fleischermessern (so wie auf dem unteren Bild, wo es dem armen Kamel an den Kragen geht) und nur das Heft war in der Form ein wenig anzupassen und mit historischen Mitteln aufzubauen.


Und jetzt nur noch das versprochene Bild von dem todgeweihten Dromedar auf Italienreise, dann seit ihr mich für heute auch schon wieder los. Bis zum nächsten Mal!