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Donnerstag, 9. Februar 2017

Menschen genannt Romaniker gehen das Messer

Viele fragen sich wohl: Was ist mit Messern? Warum keine Messer mehr? Wo bleiben die? Was stimmt nicht mit ihm? Oder man fragt sich: Wovon redet der da? Nun, ich mag Messer ... und Messermachen!

Und wahrlich, lange ist es her (jedenfalls für meine Verhältnisse ) dass ich messermäßig was gemacht habe. Doch das Warten hat eine Ende:

Für die Living History-Kollegin und begnadete Puppenmacherin Tania hab ich mir 3 romanische Messer abgerungen:


Die beiden kleinen Essmesser haben einfache Plättchentechnik in Messing und Leder, Griffe aus Buchsbaumastholz und Blätter mit eingezogenen Rücken, einmal recht abrupt (1) und einmal sanfter geschwungen (2).

(1)

(2)

Schwieriger war das gewünschte Küchenmesser, denn da konnte ich praktisch keine Quellen finden. Daher hab ich mich an den größeren Exemplaren aus Schleswig orientiert und eine schwere Klinge mit geknicktem Rücken gewählt. Aus hygienischen Gründen ist die Schulterplatte hier aus Horn und nicht aus Buntmetall (Grünspangefahr). Das Heft ist wieder aus Buchsbaum.


Somit kann ich der 12.Jahrhundert-Fraktion nur mehr eines wünschen: Mahlzeit!


Abstract for our english speaking visitors:

You may ask: Knives? Why does he not do knives anymore? Were are they? What's wrong? Or you may simply say: What the hell is this guy talking about? What Knives?

You should know: I love knives. And I love making them!

So I did a set of knives for Living-History-colleague (and fabulous doll maker) Tania. Two simple eating knives with brassplates for decoration, boxwood handles and typical 12th century blades (1) + (2)plus a heavy kitchen knife with a plate decoration made from black horn.
Since 12th century kitchen knifes are very seldom depicted I oriented the style of the blade on the bigger examples from the findings in Schleswig.

Mittwoch, 6. Juli 2016

Es ist zum Weinen ...

.. wenn man den inneren Zwang hat Blogartikel mit einem Wortscherz, meist einem flachen, zu beginnen. Deshalb versuch ich mir das ab jetzt abzugewöhnen und werde sachlich:

Neue Messer sind entstanden und weil mir danach war habe ich, immer noch inspiriert vom Vertiefen in die Geschichte Wiens in der ersten Hälfte des 14.Jahrhunderts und beeinflusst vom Wunsch der neuen Besitzerin des dicken Dings (Nein, ich hab keine neue Ehefrau .. und ich bin nicht dick! Nicht richtig zu mindestens), das Thema "Wein" für die Messer aufgegriffen.

Und nein, wie man sieht sind es keine Rebmesser wie dieses hier, sondern Messer die sich scheidendekoristisch mit dem Thema Wein auseinandersetzen. Das erste davon soll ein Küchenmesser für eine Freundin sein die sich das 12.Jahrhundert auf das Pennon geschrieben hat. Das zweite Messer hingegen ist mein eigenes und wird, Widerstand ist zwecklos, dem Kollektiv hinzugefügt.

Zwei mittelalterliche Messer - ein romanisches Küchenmesser (oben) und ein hochgotisches Essmesser (rechts unten)


Mittwoch, 6. Januar 2016

Der Kasperl kommt

.. in dem heutigen Fall allerdings respektvoller: Der Caspar, mit seinen Freunden dem Melchior und dem Balthasar! 


Der oben gezeigte Dreikönigsschrein im Kölner Dom ist ein wirkliches Meisterwerk spätromanischer Goldschmiedekunst. Gefertigt wurde er gegen Ende des 12. Jahrhunderts vom namhaften Künstler Nikolaus von Verdun. (ein echter Nikolaus eben - und ja, Eigenlob stinkt). Der schuf im übrigen auch den berühmten Verduner Altar in Klosterneuburg bei Wien.
Die Reliquien befinden sich seit 1164 in Köln, nach dem Erzbischof Rainald von Dassel diese als Geschenk Kaiser Friedrichs I Barbarossa dort hin gebracht hatte. Der Kaiser hatte sie bei der Belagerung von Mailand erbeutet wo er sie aus der Basilika des Hl.Eustorgius 1158 entnehmen ließ und sie seinem Erzkanzler übergab. Damit machte er Köln zu einem der wichtigsten europäischen Wallfahrtsziele ... und zur perfekten Einleitung für mich:

Mittwoch, 29. August 2012

Wem schadet schon ein bisschen Roman(t)ik ...

Nun, das große historische Abenteuer "Hartberger Zeitreise" rückt langsam näher und da ich dort, anders als sonst in meiner Heimatzeit Hochgotik, im romanischen Darstellungsblock des 12. Jahrhunderts aktiv sein werde, ist es notwendig ein paar passende Ausrüstungstücke zusammenzubringen.

Da zum  Beispiel meine hochgotischen Messer alle eindeutig zu aufwändig für die einfache Darstellung eines spätromanischen Waffenknechts sind, musste also etwas einfaches her:

Einfaches Griffangelmesser mit Heft aus Eschenholz

Ebenso wie die einfache Arbeitskleidung die ich für meine hochgotische Darstellung habe, ist auch dieses Stück bewusst so nach den entsprechenden Funden gearbeitet, dass es auch problemlos einen Platz in beiden Zeitperioden finden kann .. 2 Fliegen mit einer Klappe oder besser ... 2 Zeiten mit einem Messer geschnitzt!

EDIT: Aufgrund eines, leider anonymen, Leserwunsches werde ich hier noch etwas detaillierter zu meinen Überlegungen Stellung nehmen. Um ein "zeitloses" Messer zu bauen, war es für mich natürlich wichtig einen möglichst umfangreichen und zeitübergreifenden Fundkomplex zu betrachten. Dafür boten sich mal wieder die in "Knives and Scabbards" publizierten Funde aus London an.
Längsachsensymmetrische Klingen finden wir dort für das 12. Jahrhundert in den Nummern 13 und 14 vor, während Nummer 15 ein wunderbares Beispiel für Plättchentechnik ist. 

In diesem Fall habe ich allerdings nur die erste Griffplatte übernommen um möglichst einfach zu bleiben, als Beispiel hierfür mag nun das in späterer Zeitstellung befindliche Messer Nr. 29 dienen.
Messer Nr.38 und Nr.39 (spätes 13. Jhdt.) schließlich lieferten, wenn man so will, das allgemein Design meines Messers, im speziellen die Vorlage für das rund-ovale Heft.
Mit dem genau in meiner Zeitstellung platzierten Messer Nr. 57 schließt sich dann der Kreis.


Detailansicht der Griffplatte aus Messing

Fehlt nur noch die entsprechende, einfache Lederscheide. Da werde ich allerdings wohl auf 2 Varianten zurückgreifen - eine romanische und eine gotische - da die die Motivvorlagen der beiden Kunstepochen doch zu unterschiedlich sind.